Förderkonzept
Individuelle Förderung an der Gesamtschule Velbert
Die
Die innerstädtische Schule wird von Schülerinnen und Schülern aus allen Velberter Stadtteilen sowie den Städten Wülfrath und Mettmann besucht.
Von den Grundschulen wechseln Schüler/innen aller Leistungsgruppen und sozialer Schichten zur
Die Schülerinnen und Schüler unserer Schule können alle gültigen Schulabschlüsse der Sekundarstufen I und II anstreben. Aus diesem Grunde liegt ein Schwerpunkt unserer Arbeit auf der Optimierung ihrer Chancen auf einen möglichst hochwertigen Schulabschluss.
Daher verstehen wir Förderung auch nicht vorrangig als Nothilfe zum Ausgleich von Defiziten im Bereich der Leistung in den Schulfächern, sondern verstehen den Begriff als weit gefächertes Angebot an jeden Schüler und jede Schülerin, die eigenen, individuellen Kompetenzen in fachlichen, methodischen und sozialen Bereichen zu erweitern und zu festigen. Vergleicht man die Prognosen der Grundschulen mit den Schulabschlüssen an der
Aus den oben dargelegten Fakten ergibt sich, dass Schwerpunkte der individuellen Förderung an der
Daher sind die folgenden Darstellungen zur Individuellen Förderung an der
Es finden sich jedoch auch Darstellungen zum Bereich Übergänge und Lernbiografien bruchlos gestalten in den Abschnitten zur Kooperation mit Grundschulen, zur Berufsorientierung und zum Förderkonzept in der Sekundarstufe II.
Grundlagen schaffen
Feststellung der individuellen Lernausgangslage
Individuelle Förderung setzt die Kenntnis der individuellen Lernausgangslage und der persönlichen Lern- und Arbeitswege der Schülerinnen und Schüler voraus.
Diese werden an der
- (standardisierte) Tests (HSP/MRA/C-Test usw.)/Lernstandserhebungen etc.
- Beobachtung(sbögen)
- Befragung (Erkläre mir, wie du die Aufgabe gelöst hast.)
- Gespräch
- Elterngespräch
- Einholen und Sichten von Arbeitsproben (Wochenplan / HA / Tests/Klassenarbeiten, diese mit Lernhinweisen versehen)
- Portfolio (Sammlung von Arbeitsergebnissen als Entwicklungsdokumentation, aber auch Rückmeldungen und Beobachtungen von Lehrerinnen, Schülerreflexion über den eigenen Lernfortschritt)
- Lerntagebuch (Was habe ich (dazu) gelernt, was habe ich (nicht) verstanden?)
Individuelle Förderung im Fachunterricht
Individuelle Förderung findet in erster Linie im Fachunterricht statt. Als Mittel der inneren Differenzierung werden eingesetzt:
- differenzierte Wochenpläne
- differenzierte Aufgabenstellungen und Übungsmaterialien, die auf verschiedenen Niveaus lösbar sind
- differenzierte Aufgabenstellungen und Übungsmaterialien, die unterschiedliche Zugänge ermöglichen / unterschiedliche Lerntypen berücksichtigen
- differenzierte Aufgabenstellungen und Hilfen in den Klassenarbeiten
- einfache und erweiterte Beispiele, Skizzen und Veranschaulichungen, um fachliche Konzepte und Grundvorstellungen zu verdeutlichen
- Fehlerkarteien und Fehleranalysen
- Ausführliche Lernempfehlungen in den Kommentaren unter Klassenarbeiten
- Bereitstellung spezieller Lern- und Übungsmaterialien für Schüler/innen mit Lernschwierigkeiten und Schüler/innen mit besonderer Begabung
- Bereitstellung zusätzlicher, weiterführender Aufgaben und Materialien für Schüler/innen mit besonderer Begabung
- Helfersystem (leistungsstarke Schüler/innen unterstützen Mitschüler/innen)
- Lernkontrakte
- Förderpläne
- Lernen an Stationen/Lernzirkel
- Projektarbeit
- Werkstattarbeit
- Freiarbeit
- Einzelarbeit
- Partnerarbeit
- Gruppenarbeit
- kooperatives Lernen
Individuelle Förderung durch Portfolioarbeit
Im Fach Englisch wird die Portfolioarbeit nach folgendem Fahrplan durchgeführt:
Einstieg in Klasse 5:
1. Anfang Klasse 5 (Fach Englisch, so früh wie möglich)
- „Sprachen in meiner Familie und Umgebung“ erfragen
- „Sprachen, die ich sonst noch kenne (z.B. aus den Ferien)“ erfragen
- „Was ich in der Grundschule im Fach Englisch schon alles gelernt habe“ erfragen
2. Klasse 5, 1. Halbjahr
- Portfolio in „Sprachenbiographie“ („Was ich in meinen Sprachen schon gelernt habe“) und „Dossier“ („Meine besten Texte“) unterteilen
- Sprachliche Produkte für das Dossier erstellen lassen (wenigstens ein „Werkstück“ pro Sprache und Schulhalbjahr sollte abgeheftet werden)
3. Klasse 5, Ende 1. Halbjahr / Anfang 2. Halbjahr
Reflexion über das bisher Erreichte, Selbsteinschätzung: „Ich als Sprachenlerner/in“, „Was ich für mein Sprachenlernen getan habe“
4. Klasse 5, 2. Halbjahr
Sprachliche Produkte für das Dossier erstellen lassen (wenigstens ein „Werkstück“ pro Sprache und Schulhalbjahr sollte abgeheftet werden)
5. Klasse 5, Ende 2. Halbjahr
Resümee des Erreichten nach einem Lernjahr / Selbsteinschätzung: „Was ich in meinen Sprachen schon kann“ (einschließlich nichtdeutsche Muttersprachen, Deutsch als Zweitsprache) / „Was wir über Sprachen und ihre Vielfalt herausgefunden haben“
6. Klasse 6, Beginn des Schuljahres
Aktualisierung der Angaben zur Person (Daten, Fakten und Informationen), insbesondere „Sprachen, die ich in der Schule lerne“ / „Sprachen, die ich außerhalb der Schule lernen
7. Weiterführung entsprechend den Punkten 2. – 5.
Einstieg in einer höheren Klasse der Sekundarstufe I:
- Erfassung der Angaben zur Person
- Spätestens ab Kl. 7 auch grenzüberschreitende Erfahrungen wie Brief-/E-Mail-Freundschaften, Auslandsaufenthalte, Austausch, etc. aufnehmen!
- Weiterführung entsprechend den Punkten 2. – 5.
- Ab Klasse 7: Koordination der sprachlichen Fächer hinsichtlich der Portfolio-Arbeit
- Ergänzung der „Sprachenbiographie“ durch freiwillige externe Prüfungen zum Erwerb von Zertifikaten auf den verschiedenen Kompetenzstufen des Europäischen Referenzrahmens (A1, A2, B1, B2, C1, C2):
ab Klasse 8 „Delf“ in Französisch (A1 – B1),
ab Klasse 9: „PET“, „FCE“ der University of Cambridge in Englisch (B1 – C1)
Individuelle Förderung im Förderunterricht
In den Jahrgängen 5-7 stehen die sprachlichen und mathematischen Kompetenzen im Vordergrund des Förderunterrichts, da sie erwiesenermaßen Grundlage für den Schulerfolg sind. Aufgrund individueller Testergebnisse werden die Schüler/innen den Förderkursen in den Bereichen Rechtschreibung, Lesen, Graphomotorik, Englisch oder Mathematik zugewiesen. Die Fördermaterialien knüpfen an die jeweiligen Lernvoraussetzungen der Fördergruppen an. Hinzu kommen Förderkurse für Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten und Kurse zum Erwerb bzw. der Erweiterung sozialer Kompetenzen.
Ab dem Jahrgang 8 bilden abschlussbezogene Förderangebote im Rahmen der Ergänzungsstunden den Schwerpunkt.
Individuelle Förderung durch Methodenlernen
Selbständigkeit und Selbsttätigkeit der SchülerInnen sind zentrale Ziele unserer Schule. Diese Erziehungsideale sind eng mit dem Erwerb grundlegender Lern- und Arbeitstechniken verbunden, die dazu befähigen, den eigenen Arbeits- und Lernprozess bewusst, zielorientiert, ökonomisch und kreativ zu gestalten. Es geht um den Aufbau von Lernkompetenzen wie Motivation, Selbstreflexion, Teamfähigkeit, Kommunikationskompetenz, Selbstorganisation etc.
In Jahrgangsstufe 5 wird in der ersten Schulwoche eine Methodentrainingswoche durchgeführt. Die schulintern entsprechend fortgebildeten Klassenlehrer/innen vermitteln darin grundlegende Methoden der Arbeitsorganisation, z.B. Tasche packen, Kladde führen, Arbeitsplatzgestaltung usw.
In den Jahrgängen 5 – 7 findet jedes Vierteljahr ein Methodentrainingstag statt.
Die KlassenlehrerInnen führen an den Methodentagen in neue Methoden ein und wiederholen und vertiefen bereits bekannte.
Spezielles Unterrichtsmaterial für dieses Training liegt in einer Methodentrainingsmappe bereit. Im Anschluss daran können die Methoden im Fachunterricht vertieft und angewendet werden.
Individuelle Förderung durch Soziales Lernen
Ziel des Förderunterrichtes „Soziales Lernen“ ist es, die Gruppenentwicklung innerhalb einer Klasse zu fördern, wobei die soziale Kompetenz aller Schülerinnen und Schüler gesteigert und die Arbeitsproduktivität erhöht wird. Die Klasse sollte sich zu einer produktiven Gruppe entwickeln, in der sich alle gegenseitig akzeptieren, offen miteinander kommunizieren, jeder Einzelne bereit und fähig ist zu kooperieren und Verantwortung für den/die andere/n zu übernehmen. Die Klasse sollte Entscheidungen gemeinsam treffen, sich mit Problemen offen auseinander setzen und Konflikte konstruktiv bewältigen.
Hierzu müssen die Schüler/innen und Schüler sich mit ihrer eigenen Persönlichkeit auseinander setzen, ihr soziales Beziehungsgefüge zu anderen Personen und ihr eigenes Rollenverhalten hinterfragen, ggf. mit dem Ziel der Veränderung. Sie müssen aber auch ihre Bedürfnisse in Bezug auf Erwartungen anderer artikulieren. Es gilt, die Schülerinnen und Schüler in ihrem Selbstwertgefühl und ihrer Persönlichkeit zu stärken, ihre Kompetenz zur Kooperation zu fördern, ihre Fähigkeit zur Kommunikation einzuüben und zu verbessern sowie konstruktives Konfliktverhalten zu trainieren.
Zur Umsetzung dieser Ziele wurde für alle 5. und 6. Klassen eine „Arbeitsstunde Soziales Lernen“ eingeführt, die von einem/einer der beiden Klassenlehrer/innen zu folgenden Themen durchgeführt wird:
- Kennenlernen
- Gemeinsamkeiten und Unterschiede
- Stärken und Schwächen
- Sensibilisierung und Wahrnehmung
- Beziehungen und geschlechtsbezogene Interaktion
- (Klassen-)Regeln
- Kooperation
- Kommunikation
- Gewaltfreie Konfliktaustragung
Individuelle Förderung durch Tutoren
Ältere, leistungsstarke Schüler/innen helfen einzelnen Schülerinnen und Schüler oder kleineren Gruppen jüngerer Schüler mit Lern- und/oder Ordnungsdefiziten bei den Wochenplänen während der Arbeitsstunden. Die Zuweisung erfolgt durch die unterrichtenden Lehrer.
Die jüngeren Schülerinnen und Schüler bauen gute Kontakte zu älteren Schülern auf, intensivieren diese auch in den Pausen und auf dem Schulweg, sie nehmen die Hilfe der älteren Schüler sehr gerne an, so dass diese individuelle Förderung besonders erfolgreich ist.
Für die älteren Schüler stellt der Förderunterricht nicht nur eine Erweiterung ihrer sozialen Kompetenzen, sondern auch ihrer fachlichen Kompetenzen dar.
Vielfalt nutzen
Individuelle Förderung im Fachunterricht durch Fachleistungsdifferenzierung
Vielfalt nutzen heißt, Schülerinnen und Schülern mit verschiedensten Leistungsstärken die für sie optimalen Entwicklungschancen zu öffnen. Neben der traditionellen Fachleistungsdifferenzierung, die die Bildung von Lerngruppen nach zwei Leistungsniveaus praktiziert, wird an der
Im Unterricht werden zunehmend kooperative und offene Arbeitsarrangements gestaltet, in denen die Schüler/innen sich ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend einsetzen und voneinander lernen. Auf diese Weise erhalten leistungsschwächere Schüler/innen Anregung und Unterstützung von ihren leistungsstärkeren Mitschülerinnen und Mitschülern. Umgekehrt profitieren diese Schüler/innen von der Zusammenarbeit, indem sie an Wiederholungs- und Vertiefungsphasen teilhaben und in die Lehrrolle schlüpfen. Motivation, Vertrautheit, Kooperation und Transparenz ermöglichen die individuelle Förderung und Gestaltung des Bildungsweges.
Zur Unterstützung der individuellen Förderung erhalten die binnendifferenzierten Lerngruppen eine zusätzliche Förderstunde.
Ebenso wird im Fach Deutsch im 8. Jahrgang binnendifferenziert unterrichtet. Auch hier erhält jede Lerngruppe eine zusätzliche Förderstunde.
Individuelle Förderung durch Erweiterung der Sprachkompetenzen
Vielfalt nutzen bedeutet an unserer Schule in erster Linie den Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden, die mit unterschiedlichsten kulturellen Erfahrungen und Prägungen zu uns kommen. Am augenfälligsten wird dies im Bereich der Beherrschung der deutschen Sprache. Aus diesem Grunde ermitteln wir zu Beginn eines jeden 5. Schuljahres welche Kompetenzen oder Defizite bei den Schülerinnen und Schülern vorliegen. Die Ergebnisse dieses Testes dienen als eine Grundlage für die Beratung und Zuweisung zu Sprach- und Rechtschreibkursen. Über dieses Angebot hinaus fördern wir die Schüler/innen mit Migrationshintergrund auf verschiedene Weise, wie im Folgenden dargestellt wird.
Individuelle Förderung durch Deutsch in allen Fächern
Kinder, die die deutsche Sprache nicht als Muttersprache erlernt haben, müssen sie als Zweitsprache erwerben und erleben dabei all jene Schwierigkeiten, die für jeden Zweitspracherwerb gelten: zielsprachige Texte sind syntaktisch zu komplex, Fachwörter sind kaum verständlich, idiomatische Wendungen bleiben oft unklar, die Muttersprache mit ihren syntaktischen und lexikalischen Strukturen interferiert und erschwert das Verständnis. Das Lernen vollzieht sich schrittweise und braucht seine Zeit.
Im Unterricht aller Fächer, die auf Deutsch unterrichtet werden, ergreifen die Unterrichtenden Maßnahmen, die geeignet sind, den Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund bei ihren sprachlichen Problemen zu helfen. Dabei sind sowohl die Beobachtung des sprachlichen Lernstandes der betroffenen Kinder und Jugendlichen als auch die praktischen Fördermaßnahmen von Bedeutung. Die Fach- und Klassenlehrer/innen beraten nach Möglichkeit die Kolleginnen und Kollegen, die den Förderunterricht „Deutsch als Zweitsprache“ im jeweiligen Jahrgang erteilen, über Besonderheiten, die ihnen bei den Kindern auffallen.
Individuelle Förderung durch Deutsch als Zweitsprache
Die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund erfolgt an der
Für die Schülerinnen und Schüler mit entsprechendem Bedarf werden zweistündige Förderkurse in allen Jahrgängen der SEK I und in der Jahrgangsstufe 11 angeboten.
Individuelle Förderung durch Selbstbeobachtung und Lernverträge
Selbstbeobachtungsbögen und Lernverträge helfen vor allem bei der Förderung von Methoden- und Sozialkompetenz und unterstützen so den individuellen Lernprozess.
Individuelle Förderung durch soziale Einzel- und Gruppenarbeit
Soziale Einzel- und Gruppenarbeit findet vor allem in den Bereichen Aggressionen, Entspannung und Selbstsicherheit statt.
Begabungen fördern
Individuelle Förderung im Fach Sport
Neben dem „normalen“ Sportunterricht werden an der
Individuelle Förderung in Kunst und Musik
In zahlreichen künstlerischen und musischen Arbeitsgemeinschaften werden die Talente der Schüler/innen gefördert. Hervorzuheben ist, dass jedes Kind im 5. Schuljahr an der
Individuelle Förderung in Naturwissenschaften und Technik
Schülerinnen und Schüler, die in Naturwissenschaften oder Technik begabt sind, können ab Jahrgang 6 im Wahlpflichtbereich eine dieser Fachrichtungen wählen.
Am jährlich stattfindenden NW- und Techniktag präsentieren Schülergruppen ihre aus dem Unterricht erwachsenen Experimente der Schulöffentlichkeit.
Individuelle Förderung durch den Erwerb von Zertifikaten
Seit 2005 ist die
PET Preliminary English Test
geeignet für Englisch E-Kurs-Schüler/innen der 9./10. Klasse mit guten oder sehr guten Leistungen in Klasse 9 bzw. mit mindestens voll befriedigenden Leistungen in Klasse 10
FCE First Certificate in English, geeignet für leistungsstarke Schüler/innen ab 11. Klasse
Weitere an der
Delf Diplôme d'Etudes en langue française
international anerkannte Sprachprüfungen in Französisch auf unterschiedlichen Niveaus – geeignet für Schülerinnen und Schüler ab dem dritten Jahr Französischunterricht
ECDL European Computer Driving Licence
ist ein international anerkanntes Zertifikat für Computerbenutzer – Schülerinnen und Schüler können das Zertifikat in einer Arbeitsgemeinschaft erwerben.
Übergänge und Lernbiografien bruchlos gestalten
Im Handlungsfeld Übergänge und Lernbiografien bruchlos gestalten sollen drei Schwerpunkte genauer dargestellt werden: der Übergang von Grundschulen zur
Von der Grundschule zur
Als innerstädtische Schule wird die
Von der
Der Übergang von der Schule in die Berufswelt ist sicherlich eine der kritischsten Phasen im Leben der Schülerinnen und Schüler. Daher bildet die Begleitung der Jungen und Mädchen in diesem Bereich einen Schwerpunkt der Arbeit an unserer Schule. Im Berufswahlunterricht werden die Kompetenzprofile der SchülerInnen erarbeitet, mit Berufsbildern verglichen und in einem Schülerbetriebspraktikum erste Erfahrungen gesammelt. Lebensläufe, Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräche werden im Deutschunterricht zeitnah eingeübt. Paten aus der Wirtschaft unterstützen die SchülerInnen durch individuelle „Nachhilfe“ bei konkreten Bewerbungen. Einstellungstests können im Berufsorientierungsbüro online geübt werden. Bei Fragen rund um die Berufswahl steht den SchülerInnen der STUBO, der Koordinator für Studien- und Berufswahl, mit Information und Rat zur Seite, er bildet auch eine Brücke zur Arbeitsagentur. Die Berufskollegs stellen ihre Bildungsgänge vor. Mit dem Berufskolleg Niederberg in Velbert findet zur Zeit der Aufnahme ein intensiver Informationsaustausch statt, damit die SchülerInnen optimal beraten werden können. Die vielfältigen Kontakte zur Wirtschaft können in Einzelfällen bei der Ausbildungsplatzsuche direkt nutzbar gemacht werden. Schließlich behandelt der Unterricht in Arbeitslehre/Wirtschaft im 10. Schuljahr zahlreiche wichtige Themen wie „Ausbildungsvertrag“, „Mitbestimmung-Jugendvertretung“, „Sozialversicherung“ usw.
Von der Sekundarstufe I in die Gymnasiale Oberstufe
Bereits in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 wird als 2. Wahlpflichtfach ein Förderkurs zur Vorbereitung auf die Oberstufe angeboten, der insbesondere das Ziel hat, die Schüler/innen in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik methodisch fit für die gymnasiale Oberstufe zu machen.
In den eineinhalb bis zwei Wochen zwischen der Entlassfeier 10 und dem Ferienbeginn findet ein Übergangsseminar für die Schülerinnen und Schüler des zukünftigen Jahrgangs 11 statt, an dem auch schon die Seiteneinsteiger von anderen weiterführenden Schulen teilnehmen. Im Rahmen des Seminars lernen die Schüler/innen sowohl ihre neuen Klassenkamerad/innen als auch ihre Klassenlehrer/innen kennen, da sie bereits ihren zukünftigen Klassen zugeteilt sind, bekommen einen Einblick in grundlegende erste Inhalte und Methoden in wesentlichen Fächern der kommenden 11 (u.a. Deutsch, Englisch, Mathematik; Spanisch, Geschichte, Erdkunde, Sozialwissenschaften, Biologie, Chemie, Physik, Philosophie) und haben die Gelegenheit, ihre Kurswahlen in einzelnen Fächern noch einmal zu überprüfen. Darüber hinaus bietet das Seminar den Lehrkräften Möglichkeiten, Lernstände zu ermitteln, Fachmethoden einzuführen und Organisatorisches zu regeln. Außerdem erhalten die Schüler/innen eine Einführung in das Projekt SelGO (selbstständiges Lernen in der gymnasialen Oberstufe), eine Computerplattform, die dem eigenständigen Lernen und der individuellen Förderung dient.
In der 11. Klasse werden die Schüler/innen im Klassenverband unterrichtet. Da gerade auch im Hinblick auf die individuelle Förderung in dieser Eingangsphase in die gymnasiale Oberstufe ein hoher Beratungsbedarf besteht, hat jede Klasse eine/n Klassenlehrer/in. Diese Lehrkraft fühlt sich in besonderem Maße für die Schüler/innen ihrer Klasse verantwortlich, sie verfolgt die Lernentwicklung des Einzelnen sehr intensiv und führt Gespräche sowohl mit den Schüler/innen als auch mit den unterrichtenden Kolleg/innen. Darüber hinaus sind eine Beratungslehrerin und ein Beratungslehrer für den 11. Jahrgang zuständig, deren Schwerpunkte auf der individuellen Laufbahnberatung sowie der persönlichen Beratung in Problemfällen liegen.
Alle Schüler/innen der 11. Klasse erhalten ganzjährig eine Stunde Förderunterricht im Fach Deutsch sowie jeweils ein Halbjahr lang abwechselnd in den Fächern Englisch und Mathematik. Diese Förderstunde hat in den Fächern Englisch und Mathematik vorrangig das Ziel, festgestellte Defizite aus der Sekundarstufe I aufzuarbeiten, im Fach Deutsch liegt der Schwerpunkt auf dem Methodenlernen und der Vorbereitung auf die Facharbeit in der Jahrgangsstufe 12. Die Förderstunde wird jeweils von der unterrichtenden Fachlehrkraft erteilt, da diese die Lernbedürfnisse der Schüler/innen besonders gut kennt.
Der klassengebundene Förderunterricht wird ergänzt durch Angebote, die sich an speziellen Erfordernissen von Schüler/innen orientieren. So wird denjenigen Schüler/innen, die das Fach Französisch erst im Rahmen des WP II-Angebotes ab Klasse 8 erlernt haben, ganzjährig eine Förderstunde im Fach Französisch erteilt. Für Schüler/innen, bei denen ein Förderbedarf in der deutschen Sprache festgestellt wurde, was insbesondere (aber keineswegs nur) bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund häufig der Fall ist, wird eine weitere zusätzliche Deutsch-Förderung angeboten, in der es vor allem darum geht, sprachlich komplexere Texte erschließen zu lernen und die eigene Schreibfähigkeit zu verbessern.
In der Projektwoche (Woche vor den Herbstferien) findet für den gesamten Jahrgang 11 ein Einführungsseminar in Bergneustadt statt. Die Schüler/innen beschäftigen sich in diesen Tagen insbesondere mit fachübergreifenden Arbeits- und Lerntechniken, meist in kleinen Gruppen unter Anleitung einer Lehrkraft oder auch selbst organisiert. Weiterhin soll das Seminar dazu führen, dass die Schüler/innen sich (und ihre Lehrer/innen) besser kennen lernen. Das Seminar bietet vielfältige Gelegenheiten zu Aktivitäten und Gesprächen, die der individuellen Förderung dienen, unter anderem Bausteine wie „Biographisches Schreiben“ oder Selbst- und Fremdeinschätzungen zu den eigenen Stärken und Schwächen.
Ein wesentliches Instrument zur individuellen Förderungen stellen die in vielen Fächern ab der Jahrgangsstufe 11 im Zusammenhang mit den Klausuren erstellten Bewertungsbögen mit Diagnose und Förderempfehlungen dar. Beispielsweise gibt der im 11. Jahrgang im Fach Englisch verwendete Bogen gezielte Empfehlungen zur Behebung von Defiziten in den Bereichen Kommunikation, Ausdrucksvermögen und Sprachrichtigkeit.
Auf der Basis einer erfolgreich durchlaufenen Einführungsphase erfolgt der Einstieg in die Qualifikationsphase (Jahrgänge 12 und 13), weiterhin begleitet durch die beiden Beratungslehrkräfte, die den Jahrgang von Anfang an kennen. Unterstützt werden sie insbesondere durch die in den Leistungskursen unterrichtenden Lehrer/innen, die besonders viel Zeit mit ihren Lerngruppen verbringen. Eine besondere organisatorische und pädagogische Verantwortung übernehmen dabei die Lehrkräfte des einen Leistungskurs„bandes“ (zeitgleich stattfindende Leistungskurse, in denen insgesamt der ganze Jahrgang erfasst ist), die unter anderem auch die Studienfahrten im Jahrgang 13 planen und durchführen.